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Dr. Michael Eisenbarth, Esslingen am Neckar

Januar 2019 – Was tun bei Zähneknirschen?

Ein häufiger Grund für nächtliches Zähneknirschen ist Stress, den die Betroffenen förmlich „mit ins Bett nehmen“. Im Schlaf wird der Stress unbewusst an die Kaumuskeln weitergegeben – aus psychischem wird ein physischer Druck. Manchmal sind die Auslöser für nächtliches Knirschen aber auch im Mund selbst zu finden. Zum Beispiel können falsche Zahnkontakte, Zahnfehlstellungen und ein unharmonischer Zusammenbiss der Grund dafür sein.

Mögliche Auswirkungen des Knirschens

Beim Knirschen oder auch Pressen wirken große Kräfte auf Zähne, Zahnhalteapparat, Kiefer, Kaumuskeln und Kiefergelenke. Die möglichen Folgen der Überlastung sind zum Beispiel morgendliche Muskel- und Kieferschmerzen, Kieferknacken und Schäden an den Zähnen (übermäßige Zahnabnutzung, Überempfindlichkeit, Risse im Zahnschmelz u.v.m.) sowie an vorhandenem Zahnersatz.

Je nach Intensität des Knirschens kann darüber hinaus auch das Kiefergelenk überlastet werden. Zähneknirschen zählt zu den häufigen Auslösern einer Funktionsstörung im Kausystem, der sogenannten Craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Diese äußert sich mitunter durch viele Symptome: von Gesichts- und Kopfschmerzen über Kiefergelenkschmerzen bis hin zu Migräne, Tinnitus, Schulter-, Nacken- und Rückenproblemen.

Was tun bei Zähneknirschen?

Abhilfe kann zunächst eine Knirscherschiene aus Kunststoff schaffen. Sie schützt die Zähne vor Abrieb und entlastet Kaumuskulatur und Kiefergelenke. Ergänzend sind manchmal Muskellockerungs- und -entspannungsübungen hilfreich. Die Kauflächen von „abgeknirschten Zähnen“ können in manchen Fällen mit Kompositfüllungen wiederaufgebaut werden.

Um bestehende Kiefergelenksprobleme bzw. eine Craniomandibuläre Dysfunktion zu behandeln, ist zunächst eine genauere funktionsdiagnostische Untersuchung erforderlich. Die nachfolgende Behandlung hängt von der individuellen Diagnose ab und kann zum Beispiel mit bestimmten Zahnschienen (einer Schienentherapie) erfolgen.

Ist Stress bzw. eine psychische Anspannung die Ursache des Knirschens, sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, diese abzubauen.

 

Zur nächsten Januar-News: Gesunde Zähne, gesundes Herz?


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